Private Kreditfonds gewinnen an Bedeutung – oft außerhalb der klassischen Bankenregeln. Mit dem Fondsrisikobegrenzungsgesetz setzt der Bundestag erstmals EU-Vorgaben um, um Risiken transparenter zu machen und die Finanzstabilität zu schützen. In meiner Rede am 15. Januar habe ich klar gemacht: Entscheidend ist nicht das Verbot neuer Finanzierungsformen, sondern klare Regeln, bevor Risiken außer Kontrolle geraten.
Meine Rede zum Fondsrisikobegrenzungsgesetz VIDEO Warum ein europäischer Rahmen wichtig ist Mit dem Fondsrisikobegrenzungsgesetz setzt Deutschland eine EU-Richtlinie um, die für einheitlichere Regeln auf den Finanzmärkten sorgen soll. Bisher konnten Mitgliedstaaten viele Vorgaben unterschiedlich auslegen. Das führte dazu, dass Risiken dorthin wanderten, wo die Aufsicht am lockersten war. Für einen gemeinsamen europäischen Kapitalmarkt ist das gefährlich. Einheitliche Standards helfen, Risiken früh zu erkennen und Finanzstabilität langfristig zu sichern.
Private Credit: sinnvoll – aber nicht risikofrei Im Mittelpunkt des Gesetzes stehen Fonds, die Kredite vergeben, sogenannte Private-Credit-Fonds . Sie springen oft dort ein, wo Banken sich zurückziehen, etwa bei jungen oder schnell wachsenden Unternehmen. Das kann im Einzelfall sinnvoll sein. Problematisch wird es dort, wo diese Fonds wie Banken agieren, aber nicht denselben strengen Regeln unterliegen. Entscheidend ist nicht ihre Existenz, sondern der Mangel an Transparenz: Über Umfang, Risiken und Kreditstandards wissen Aufsicht und Politik bislang zu wenig.
Risiken für das gesamte Finanzsystem Private Credit findet nicht außerhalb des Bankensystems statt. Banken finanzieren diese Fonds mit und investieren selbst in sie. Entsteht Stress in diesem Markt, kann er auf Banken überspringen. Was zunächst nach einem Problem einzelner Fonds aussieht, kann so schnell zu einem Risiko für die gesamte Finanzstabilität werden. Auch die Bundesbank weist seit Längerem auf diese Verwundbarkeiten hin.
Vorsicht bei Angeboten für Privatanleger Das Gesetz öffnet den Markt auch für Privatanleger. Genau hier ist besondere Vorsicht geboten. Private-Credit-Anlagen sind oft illiquide, schwer zu bewerten und mit Ausfallrisiken verbunden. Viele Fonds sind zusätzlich stark verschuldet. Privatanleger können solche Risiken kaum abfedern. Wenn diese Produkte als einfache Geldanlage vermarktet werden, entsteht eine gefährliche Schieflage.
Jetzt handeln – nicht erst in der Krise Der Markt für Private Credit ist noch überschaubar, wächst aber schnell. Mit zunehmender Größe steigen auch die Risiken. Deshalb ist es richtig, jetzt klare Regeln zu setzen und nicht erst dann zu reagieren, wenn eine Krise bereits da ist. Wir setzen uns dafür ein, dass Innovation auf den Finanzmärkten nicht zu lasten von Stabilität oder Verbraucherschutz geht. Das Fondsrisikobegrenzungsgesetz ist ein wichtiger erster Schritt. Die Beratungen im Ausschuss werden zeigen, wo nachgeschärft werden muss.